DHLM 2026 · Nürburgring · Gruppe A
MERCEDES
500 SEC
GRUPPE A
Ein Luxusreisender wird zum Langstreckenläufer. Das Völkel Racing Team baut den Mercedes-Benz 500 SEC C126 zum Rennfahrzeug auf — nicht trotz seiner Größe, sondern wegen seines Charakters. 5,0 Liter. Acht Zylinder. Nürburgring.
ScrollDie Entscheidung
Vom SLC
zum SEC
Der Ursprungsgedanke war romantisch und konsequent zugleich: ein Mercedes-Benz 500 SLC, jenes Coupé auf R107-Basis, mit dem AMG und Hans Heyer 1980 die Gesamtwertung beim Nürburgring-Langstreckenrennen für sich entschieden hatten. Ein Referenzpunkt der deutschen Motorsportgeschichte. Ein Fahrzeug mit Vorgeschichte.
Dann kam das Reglement. Die Deutsche Historische Langstrecken-Meisterschaft klassiert den SLC in einer Gruppe, die Automatikgetriebe vorschreibt — vier Gänge, keine manuelle Kontrolle über den Antriebsstrang. Am Nürburgring, wo Fahrer und Getriebe in Echtzeit kommunizieren müssen, ist das kein Stilmittel, sondern ein Handicap.
Die genaue Lektüre des Reglements führte zur Lösung: Der Nachfolger, der 500 SEC auf C126-Basis, ist für die Gruppe A homologiert. Gleicher M117-V8 unter der Haube — aber in der Homologationsliste stehen ein 5-Gang und ein 6-Gang-Schaltgetriebe. Derselbe Motor. Mehr Kontrolle. Bessere Waffen.
Mercedes 500 SLC
- R107 / C107 Plattform
- AMG-Sieg Nürburgring 1980
- Nur mit 4-Gang-Automatik zugelassen
- Ältere Homologationsklasse
- Kein Schaltgetriebe per Reglement
Mercedes 500 SEC
- C126 Coupé, Gruppe A
- Identischer M117-V8, 5,0 Liter
- 6-Gang-Schaltgetriebe homologiert
- Modernere Gruppe-A-Zulassung
- Direkter Nachfolger der AMG-Linie
Historischer Kontext
Ein Coupé.
Kein Kompromiss.
Der Mercedes-Benz 500 SEC war nie als Rennsportinstrument gedacht. Er war das Gegenteil davon: eine rollende Demonstration, was ein deutsches Luxuscoupé leisten konnte — auf der Autobahn, auf langen Reisen quer durch Europa, auf der Heckscheibe einer diplomatischen Eskorte. 1,7 Tonnen. Vier Meter siebzig Radstand. Ledersitze, die man sich auch in einem Flugzeug der ersten Klasse wünschen würde.
Und doch: Der C126 wurde auf Basis der W126-S-Klasse entwickelt, dem bis heute technisch ausgreifendsten Mercedes-Pkw seiner Ära. Die Karosserie ist torsionssteif, die Vorderachse mit doppelten Querlenkern ausgeführt, die Hinterachse als Raumlenker-Konstruktion, die Mercedes erst in der Kompaktklasse erprobt hatte und dann für die S-Klasse adaptierte.
Was ihn für die Rennstrecke interessant macht: Er war für Geschwindigkeit gebaut — nicht für Sprint, sondern für Ausdauer. Der M117 ist ein Motor mit breitem Drehmomentplateau, nicht eine Hochdrehzahl-Maschine. Er entwickelt seinen Charakter zwischen 2.000 und 5.000 Touren — genau dort, wo Langstrecke gespielt wird.
AMG hatte das bereits in den frühen 1980ern erkannt. Die Verbindung zwischen dem Affalterbach Tuner und der großen S-Klasse-Coupé-Plattform ist keine Neuerfindung des Völkel Racing Teams. Sie ist Tradition.
1978 trat das AMG-Team mit dem 450 SLC beim Baja 1000 an — und beendete damit eine Ära der Ungläubigkeit gegenüber großen Mercedes-Coupés im Motorsport. Der mit Mampe-Schriftzug beklebte Silberpfeil wurde zum Sinnbild für deutsche Rennsportkompetenz jenseits der etablierten Marken.
Der AMG-Sieg mit dem 500 SLC am Nürburgring im Jahr 1980 war der Beweis: ein schweres Mercedes-Coupé kann auf der härtesten Rennstrecke Europas nicht nur mitfahren — es kann gewinnen. Dieser Sieg war der direkte historische Vorläufer des Völkel-Projekts.
Der 5,0-Liter-M117 wurde 1969 für die 280 SE 3.5-Klasse entwickelt und über fast zwei Jahrzehnte kontinuierlich verfeinert. In seiner stärksten Serienform leistet er 231 PS — ein Wert, der für ein 1,7-Tonnen-Coupé respektabel ist, für ein Rennfahrzeug aber vor allem eines bedeutet: Standfestigkeit und Drehmomentstärke in einem.
Die Gruppe A war das Touring-Car-Reglement der FIA-Ära ab 1982: Seriennahe Fahrzeuge, mindestens 5.000 Stück produziert, mit eng definierten Modifikationsmöglichkeiten. Der C126 wurde in ausreichender Stückzahl produziert — und mit Schaltgetriebe homologiert. Das macht ihn zu einem legitimen und historisch korrekten Gruppe-A-Fahrzeug.
AMG & Mercedes im Motorsport
Das Erbe, das
dieses Projekt trägt
AMG — Die Anfänge
Hans Werner Aufrecht und Erhard Melcher gründen AMG in Burgstall an der Murr. Ihr erstes Rennsportprojekt: ein stark modifizierter Mercedes 300 SEL 6.3, der 1971 beim 24h-Rennen in Spa-Francorchamps — völlig unerwartet — Zweiter in der Gesamtwertung wird. Die Fachpresse nennt ihn das „Rote Schwein". Ein großes Mercedes-Coupé auf der Rennstrecke: von Anfang an war das keine Absurdität, sondern ein Konzept.
Der SLC in der Rallye-Welt
AMG engagiert sich mit dem 450 SLC in der Safari-Rallye und bei südamerikanischen Langstrecken-Events. Das Fahrzeug zeigt, was ein großes Mercedes-Coupé auch unter extremen Bedingungen leisten kann. Der V8 läuft in der Hitze Afrikas wie im kühlen Europa. Diese thermische Belastbarkeit ist kein Zufall — sie ist das Ergebnis einer Motorenphilosophie, die Haltbarkeit über Spitzenleistung stellt.
Nürburgring — Der Beweis
Hans Heyer und das AMG-Team gewinnen mit dem 500 SLC das ADAC-Langstreckenrennen am Nürburgring — auf der Strecke, die kein Fahrzeug und keinen Fahrer verschont. Der Sieg mit einem großen Seriencoupé gilt bis heute als einer der überzeugendsten Beweisstücke für das Konzept „Serienwagen als Langstreckenläufer". Vierzig Jahre später folgt das Völkel Racing Team derselben Logik, mit dem direkten Nachfolger.
Technisches Profil
M117.
Charakter
vor Leistung.
Der 5,0-Liter-M117 ist kein Hochdrehzahl-Aggregat. Er ist das Gegenteil: ein Langhuber-V8 mit 96,5 mm Hub und 96,5 mm Bohrung, der sein maximales Drehmoment von rund 400 Nm schon unterhalb von 3.000 Umdrehungen bereitstellt. Auf der Nordschleife bedeutet das: Traktion beim Herausbeschleunigen aus langsamen Ecken, gelassene Reserven auf den Autobahn-ähnlichen Hochgeschwindigkeitspassagen.
Das Gewicht des C126 ist sein größtes Thema. Über 1.700 Kilogramm Leergewicht lassen sich nicht wegdiskutieren — aber sie lassen sich verwalten. Mercedes hat die W126-Plattform mit einer Massenverteilung entwickelt, die 54 Prozent des Gewichts auf die Vorderachse legt. Ein für ein Coupé dieser Größe erstaunlich ausgeglichener Wert, der dem Fahrzeug auch bei höheren Tempi eine berechenbare Charakteristik verleiht.
Für Langstreckenrennen ist Standfestigkeit wichtiger als Spitzenleistung. Der M117 hat in verschiedenen Derivaten bis zu 500.000 Kilometer in Serienfahrzeugen absolviert. Er ist nicht scharf, aber er ist zuverlässig. Und auf der Nordschleife ist Zuverlässigkeit die härteste Währung.
Alle Angaben beziehen sich auf den Serienstand. Der Aufbau zum Rennfahrzeug erfolgt unter den Vorgaben der DHLM-Klasse und des Gruppe-A-Reglements. Motorische Weiterentwicklung ist in späteren Aufbaustufen vorgesehen.
Technischer Aufbau
Von der Straße
zur Rennstrecke
Getriebe-Umbau
Der Kern des Projekts. Ohne das 6-Gang-Schaltgetriebe wäre der SEC nicht mehr als eine historische Anekdote auf der Rennstrecke — mit ihm wird er zum Werkzeug. Die homologierte Handschaltung erlaubt dem Fahrer, den breit gefächerten Drehmomentbereich des M117 aktiv zu nutzen: den richtigen Gang für jede Kurvenausfahrt, jede Beschleunigungszone auf der langen Döttinger Höhe. Sechs sauber abgestufte Übersetzungen. Das Getriebe verändert nicht die Leistung — es verändert den Charakter.
Sicherheitsstruktur
Der Rollkäfig ist nicht Zugabe — er ist Basis. Eingeschweißt in die Karosserie des C126 versteift er eine Konstruktion, die serienmäßig auf Komfort ausgelegt war, nicht auf Torsionssteifigkeit unter Rennbedingungen. Dazu kommen FIA-homologierte Rennsitze, ein mehrteiliges Gurtsystem und eine fest installierte Feuerlöschanlage. Der Sicherheitstank ersetzt den serienmäßigen Kraftstoffbehälter: kein Schaum, kein Kunstharz — sondern eine Lösung, die auch bei Auffahrunfall sicher bleibt.
Fahrwerk & Räder
Die W126-Plattform bringt serienmäßig eine Raumlenker-Hinterachse mit, die Mercedes für die S-Klasse-Generation entwickelt hatte — eine Konstruktion, die wesentlich mehr Rennpotenzial besitzt, als sie im Straßenalltag abruft. Das Sportfahrwerk adaptiert die Geometrie auf den Rundstreckenbetrieb: härtere Federn, präzisere Dämpferabstimmung, optimierter Sturz. Dazu motorsporttaugliche Räder in einer Dimension, die zum Reifensortiment der historischen Klasse passt.
M117-Motor
In der ersten Aufbaustufe bleibt der M117 serienmäßig — und das ist eine bewusste Entscheidung, keine Sparmaßnahme. Zunächst geht es darum, das Gesamtpaket zu verstehen: wie sich das Fahrzeug auf der Nordschleife verhält, wie der Motor unter thermischer Dauerbelastung reagiert, wo das Gewicht arbeitet und wo es kostet. Der M117 hat in dieser Konfiguration mehr als genug Charakter für den ersten Einsatz. Entwicklungsschritte folgen auf Basis realer Streckendaten.
Auspuffanlage
Eine neu konstruierte Sportauspuffanlage für den V8-Quereinbau. Der M117 klingt in Serienausführung gedämpft und kultiviert — das war 1984 Verkaufsargument, heute ist es verschenktes Potenzial. Die Rennanlage lässt den V8 atmen: tieferes Grundrauschen in niedrigen Drehzahlen, schärfere Schubphasen beim Anbremsen, ein Klang, der dem Fahrzeug am Nürburgring Identität verleiht. Man wird den Völkel-SEC hören, noch bevor man ihn in der Kurve sieht.
Homologation & Zulassung
Die DHLM verlangt vollständige Regelkonformität — und das bedeutet bei Gruppe A: exakte Dokumentation jeder Modifikation gegen die originale Homologationsakte. Rollkäfig, Sicherheitstank, Reifen, Felgen, Getriebe — alles muss dem Reglement entsprechen und nachweisbar sein. Das Team hat die Homologationsdokumente des C126 ausgewertet, bevor die erste Schraube gelöst wurde. Der Aufbau folgt dem Papier — nicht umgekehrt.
Galerie
Das Fahrzeug







Die Grüne Hölle
Nürburgring.
Wo Charakter
zählt.
Die Nordschleife ist 25,4 Kilometer lang, hat 73 benannte Kurven und ein Höhenprofil, das von der Antriebsauslegung über die Bremsanlage bis zur Aerodynamik alles auf einmal fordert. Kein moderner Kurs stellt Fahrzeuge vor so viele verschiedene Anforderungen gleichzeitig.
Und genau deshalb passt der 500 SEC hierher. Nicht weil er schnell ist — sondern weil er standhaft ist. Der M117 läuft auch nach zwanzig Runden mit vollem thermischen Druck. Die W126-Plattform wurde für Langstreckenbelastung entwickelt. Und das 6-Gang-Getriebe gibt dem Fahrer das Werkzeug, das diese Strecke verlangt.
Die Nordschleife bestraft Fahrzeuge, die zuviel versprechen. Sie belohnt jene, die zuverlässig liefern. Ein 500 SEC, der auf der letzten Runde noch genauso fährt wie auf der ersten — das ist das Ziel. Nicht das Qualifying, sondern das Finish.
lange bevor er in Sicht kommt."
Projekt-Chronik
Der Weg zum Rennfahrzeug
Erste Idee — Der SLC
Das Team plant den Einsatz eines Mercedes 500 SLC. Die Inspiration ist klar: AMG und Hans Heyer siegten 1980 mit genau diesem Fahrzeug am Nürburgring. Historischer Bezug, klare Linie.
Reglement-Analyse
Eingehende Prüfung zeigt das Problem: Der SLC ist in seiner Gruppe nur mit 4-Gang-Automatikgetriebe zugelassen. Auf der Nordschleife ist das keine Stilfrage — es ist ein messbarer Wettbewerbsnachteil.
Entscheidung — 500 SEC
Die Lösung liegt im Homologationsregister: Der 500 SEC (C126) ist für Gruppe A zugelassen — mit 5- und 6-Gang-Schaltgetriebe. Gleicher M117-V8, modernere Homologation, mehr Kontrolle. Die Entscheidung fällt innerhalb einer Woche.
Fahrzeugbeschaffung
Das Team sichert sich einen geeigneten Mercedes 500 SEC C126 als Basis für den Rennaufbau. Karosserie, Fahrwerk und Motor werden bewertet. Der M117 ist in gutem Zustand — Ausgangsbasis für alles Folgende.
Getriebe-Umbau
Der zentrale Eingriff: Umbau auf das homologierte 6-Gang-Schaltgetriebe. Ein komplexer Prozess, der Anpassungen an Getriebetunnel, Schaltgestänge und Kardanwelle erfordert. Das Ergebnis ist ein Fahrzeug, das der Fahrer aktiv kontrollieren kann.
Sicherheitsaufbau
Installation aller Sicherheitskomponenten: eingeschweißter Rollkäfig, FIA-Rennsitze mit mehrteiligem Hosenträgergurt, Feuerlöschanlage und zugelassener Sicherheitstank. Motorsport-Standard auf historischer Basis — ohne Kompromisse.
DHLM 2026 — Erster Start
Das Fahrzeug tritt im Rahmenprogramm des 24-Stunden-Rennens am Nürburgring an. Vor maximaler Zuschauermenge. Im Heimspiel. Der erste Einsatz ist nicht das Ende der Geschichte — er ist der Beginn.
Der V8 wird Emotion liefern — Sound, Kraft und Charakter. Wir werden sicher viel Sympathie haben mit dem großen Achtzylinder.
— Jörg Sand, Fahrer · Völkel Racing Team













Die Serie
DHLM 2026
Die Deutsche Historische Langstrecken-Meisterschaft ist eine direkte Antwort auf eine Marktlücke: Historische Fahrzeuge, die im aktuellen Kostenklima der Nürburgring-Langstrecken-Serie keinen Platz mehr finden, bekommen hier eine eigene Plattform — seriös, reguliert und mit echter Wettbewerbsstruktur.
Das Alleinstellungsmerkmal: Die DHLM fährt ausschließlich am Nürburgring. Keine anderen Strecken, kein Tourenzirkus — nur die Nordschleife, das härteste und ehrlichste Testgelände, das der europäische Motorsport kennt. Das Rahmenprogramm des 24-Stunden-Rennens ist die größte Bühne, die historischer Motorsport in Deutschland bieten kann.
Für das Völkel Racing Team aus Remscheid liegt der Nürburgring buchstäblich vor der Haustür. Das ist kein Vorteil bei der Anreise — es ist Heimvorteil auf der Strecke selbst. Streckenwissen, Werkstattnähe, Heimspiel-Atmosphäre.
- Ausschließlich am Nürburgring — 25,4 km Nordschleife
- Rahmenprogramm des 24h-Rennens · maximale Zuschauerzahl
- Gruppe A — historisch korrekte Fahrzeugklasse
- Planbare Alternative zur kostenintensiven NRS
- Heimspiel für das Team aus Remscheid

Der Fahrer
JÖRG
SAND
Jörg Sand ist nicht zufällig in diesem Projekt. Er hat es konzipiert, das Fahrzeug ausgewählt, das Reglement ausgewertet und die Entscheidung für den SEC gegen den SLC persönlich durchgesetzt — weil er die Konsequenzen dieser Wahl für den Renneinsatz verstanden hat. Das ist kein Fahrer, der in ein fertiges Fahrzeug einsteigt. Das ist einer, der das Fahrzeug gebaut hat.
Seine Kenntnis der Nordschleife und seine Vertrautheit mit historischen Mercedes-Fahrzeugen machen ihn zur idealen Besetzung für einen Aufbau, der technisches Verständnis und Fahrsensibilität gleichermaßen fordert. Der erste Einsatz wird nicht der letzte sein.
"Ich bin überzeugt, dass wir mit dem großen V8 und dem Schaltgetriebe ein konkurrenzfähiges Paket haben — und eines, das die Zuschauer begeistern wird."
Völkel GmbH · Remscheid
Nürburgring.
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Ein Werkzeugpräzisionsbetrieb aus dem Bergischen Land baut einen Mercedes-Benz Luxusgrandtourer zum Langstreckenrennfahrzeug um. Das ist keine Marketinggeschichte. Das ist ein Rennprojekt.
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