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Gewindeprüfung im Tauchsport: G5/8" auf dem Prüfstand

Kurz vor dem Tauchgang. Die Flasche steht bereit, der Atemregler wird angeschlossen. Das Gewinde greift, der Anschluss lässt sich problemlos festschrauben. Alles sitzt, wie es soll. Zumindest scheint es so. Doch was, wenn das Gewinde zwar noch greift, seine vorgeschriebenen Grenzmaße aber längst nicht mehr einhält?

Unter Wasser muss diese Verbindung zuverlässig funktionieren, schließlich ist sie Teil der Atemgasversorgung. Beschädigungen, Verschleiß oder Maßabweichungen sind jedoch nicht immer auf den ersten Blick erkennbar. Und nur weil sich zwei Bauteile problemlos verschrauben lassen, bedeutet das noch nicht, dass ihre Gewinde auch maßhaltig sind.

Was sich beim Anschließen nicht zuverlässig erkennen lässt, kann in der Werkstatt gezielt überprüft werden. Genau das zeigen S.G. Scuba Gaskets und die Association of Scuba Service Engineers and Technicians (ASSET) in einer praktischen Anwendung. Mit Gewinde-Grenzlehren von VÖLKEL kontrollieren die Techniker beide Seiten der Verbindung: das Innengewinde des Flaschenventils und das Außengewinde am Atemregler. Nicht nach Gefühl, sondern anhand definierter Grenzmaße.

Wo sitzt das G5/8"-Gewinde in der Tauchausrüstung?

Am DIN-Anschluss treffen zwei Gewinde aufeinander: das G5/8"-Außengewinde an der ersten Stufe des Atemreglers und das passende Innengewinde im Ausgang des Flaschenventils. Beim Verschrauben greifen beide ineinander und stellen so die mechanische Verbindung her.

Interessant dabei: Das Gewinde selbst sorgt nicht für die Abdichtung. Diese Aufgabe übernimmt ein separater O-Ring. Das Gewinde hält die Bauteile zusammen, der O-Ring dichtet die Verbindung ab. Zwei unterschiedliche Aufgaben, die bei der technischen Inspektion auch getrennt beurteilt werden müssen.

Für DIN-Anschlüsse gibt es unterschiedliche Ausführungen, unter anderem für 232 und 300 bar. Dabei reicht die Übereinstimmung der Gewindebezeichnung allein nicht aus, um die Kompatibilität der gesamten Verbindung zu beurteilen. Auch die übrigen Anschlussmaße müssen stimmen, die in DIN EN ISO 12209 festgelegt sind. Nicht zu verwechseln ist diese Verbindung mit dem Flaschenhalsgewinde M25 × 2, das bei vielen europäischen Tauchflaschen zur Befestigung des Flaschenventils verwendet wird.

Warum ist die Gewindeprüfung beim Tauchen wichtig?

Ein Atemregler wird vor und nach dem Tauchgang regelmäßig mit der Flasche verbunden und wieder gelöst. Dabei sind die Gewinde mechanischen Belastungen ausgesetzt. Mit der Zeit können Verschleiß, Korrosion oder Beschädigungen entstehen. Auch ein verkanteter oder mit Gewalt eingeschraubter Anschluss kann Gewindegänge verformen und die Gewindeflanken beschädigen.

Größere Beschädigungen lassen sich häufig schon mit bloßem Auge erkennen. Doch was ist mit Abweichungen, die äußerlich kaum auffallen? Ein Gewinde kann unbeschädigt aussehen, sich problemlos verschrauben lassen und trotzdem außerhalb seiner zulässigen Grenzmaße liegen. Genau hier reicht der erste Eindruck nicht mehr aus. Gewinde-Grenzlehren ermöglichen eine gezielte Kontrolle der Maßhaltigkeit und ergänzen damit die Sichtprüfung.

Für Joey Ridge, Tauchtechniker und Ausbilder bei ASSET, ist die Gewindeprüfung deshalb ein wichtiger Bestandteil der Inspektion. Er erklärt:

„Nur weil sich ein Atemregler noch mit dem Flaschenventil verschrauben lässt, bedeutet das nicht automatisch, dass die Gewinde innerhalb der vorgeschriebenen Toleranzen liegen. Mit GO-/NO-GO-Gewindelehren können wir beide Seiten der Verbindung anhand definierter Grenzmaße prüfen. Das ist ein wichtiger Bestandteil der Inspektion, neben der Sichtprüfung und der Kontrolle der Dichtflächen.“

Joey RidgeASSET (Association of Scuba Service Engineers and Technicians)

Wie diese Prüfung funktioniert, zeigen die Aufnahmen aus der ASSET-Werkstatt.

Wie wird das G5/8"-Innengewinde am Flaschenventil geprüft?

In der ASSET-Werkstatt beginnt die Prüfung am Flaschenventil. Der Techniker setzt einen VÖLKEL-Gewinde-Grenzlehrdorn G5/8" × 14 am Innengewinde an. Zuerst kommt die Gutseite (GO) zum Einsatz: Sie muss sich von Hand und ohne übermäßigen Kraftaufwand über die vorgesehene Gewindelänge einschrauben lassen. Blockiert sie vorher, kann das auf ein zu enges oder beschädigtes Gewinde hindeuten.

Danach folgt die Gegenprobe. Der Techniker setzt die rot gekennzeichnete Ausschussseite (NO-GO) an. Anders als die Gutseite darf sie nur begrenzt eingreifen, bei dieser Prüfung höchstens zwei Gewindeumdrehungen. Lässt sie sich weiter einschrauben, liegt das Gewinde außerhalb der geprüften Grenzbedingungen. Mit diesen beiden Prüfschritten lässt sich feststellen, ob die kontrollierten Gewindemerkmale innerhalb ihrer zulässigen Grenzen liegen.

Wichtig ist, dass die Lehren sauber und unbeschädigt sind und ohne Gewalt verwendet werden. Schon Verunreinigungen können das Prüfergebnis beeinflussen. Zum Einsatz kommt der VÖLKEL Präzisions-Gewinde-Grenzlehrdorn G5/8" × 14, Art. 16132.

Prüfung des G5/8-Zoll-Innengewindes am Flaschenventil mit VÖLKEL Gewinde-Grenzlehrdorn
Prüfung des G5/8"-Innengewindes am Flaschenventil mit einem VÖLKEL-Gewinde-Grenzlehrdorn. Die beiden Prüfseiten dienen zur Kontrolle der Gut- und Ausschussgrenze.

Wie wird das G5/8"-Außengewinde am Atemregler geprüft?

Das Innengewinde ist nur eine Seite der Verbindung. Jetzt folgt das Gegenstück am Atemregler. Auch hier muss die Maßhaltigkeit kontrolliert werden, allerdings mit anderen Prüfmitteln: Statt eines Lehrdorns kommen zwei separate Gewinde-Grenzlehrringe zum Einsatz.

Zuerst wird der Gutlehrring (GO) auf das Außengewinde geschraubt. Er muss sich von Hand über die gesamte zu prüfende Gewindelänge aufschrauben lassen. Blockiert er vorher, kann eine Beschädigung oder Maßabweichung vorliegen. Danach folgt der Ausschusslehrring (NO-GO). Er darf sich bei dieser Prüfung um höchstens zwei Gewindeumdrehungen aufschrauben lassen. Erst wenn beide Prüfungen die vorgegebenen Bedingungen erfüllen, sind die kontrollierten Gewindegrenzen eingehalten.

In der ASSET-Werkstatt kommen dafür der VÖLKEL Präzisions-Gewinde-Gutlehrring G5/8" × 14, Art. 16322 und der Präzisions-Gewinde-Ausschusslehrring G5/8" × 14, Art. 16466 zum Einsatz. Die Werkstattaufnahmen zeigen die praktische Anwendung an einem DIN-Anschluss für 300 bar.

Prüfung des G5/8-Zoll-Außengewindes am DIN-Anschluss eines Atemreglers mit VÖLKEL Gewinde-Grenzlehrring
Ein VÖLKEL-Gewinde-Grenzlehrring wird auf das G5/8"-Außengewinde am DIN-Anschluss eines Atemreglers aufgeschraubt, um die Einhaltung der entsprechenden Gewindegrenze zu überprüfen.

Was Gewindelehren prüfen können und was nicht

Nach der Prüfung ist eine entscheidende Frage geklärt: Halten die Gewinde die kontrollierten Grenzmaße ein? Bestehen beide Gewindeseiten die GO-/NO-GO-Prüfung, ist ihre Maßhaltigkeit hinsichtlich der geprüften Merkmale bestätigt. Damit kann eine mögliche Fehlerquelle gezielt beurteilt werden, statt sich allein auf den äußeren Eindruck oder das Gefühl beim Verschrauben zu verlassen.

Für die Sicherheit der gesamten Verbindung sind allerdings weitere Faktoren entscheidend. Gewindelehren können weder die Dichtheit noch den Zustand des O-Rings beurteilen. Bei der gezeigten DIN-Verbindung kommt laut Scuba Gaskets ein O-Ring der Größe 111 zum Einsatz. Das Unternehmen bietet entsprechende Dichtungen in unterschiedlichen Werkstoffen an, deren Eignung sich nach den Vorgaben des Ausrüstungsherstellers richtet. Hier greifen die Kompetenzen ineinander: Scuba Gaskets liefert Dichtungen und Servicekomponenten, ASSET bringt die Erfahrung aus der Wartung und technischen Prüfung ein, VÖLKEL die passenden Gewinde-Grenzlehren.

Zurück zum Tauchplatz: Der Atemregler lässt sich problemlos mit dem Flaschenventil verschrauben. Was zu Beginn lediglich einen guten Eindruck machte, lässt sich für die Gewindemaßhaltigkeit nun durch eine definierte Prüfung beurteilen. Denn ob sich ein Gewinde verschrauben lässt, ist eine Sache. Ob es die geforderten Grenzmaße einhält, eine andere.

Wer das Prüfprinzip genauer verstehen möchte, findet in unserem Blogbeitrag „Gewindeprüfung: GO und NO-GO einfach erklärt“ weiterführende Informationen zur Anwendung von Gewinde-Grenzlehren.

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