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Gewindebohrer Glossar

Welcher Gewindebohrer passt zum Durchgangsloch, welcher zum Sackloch? Was unterscheidet Gewindeschneiden vom Gewindeformen, und warum ist das Kernloch so wichtig? Dieses Glossar erklärt Begriffe rund um Gewindebohrer, Innengewinde, Gewindesysteme, Werkzeugwerkstoffe und Gewindeprüfung.

A

Anschnitt

Der Anschnitt ist der vordere Bereich eines schneidenden Gewindebohrers. Seine Zähne tragen den Werkstoff schrittweise ab, bis das vollständige Gewindeprofil erreicht ist. Länge und Ausführung beeinflussen, wie das Werkzeug ansetzt und wie viel Platz vor dem fertigen Gewinde benötigt wird.

Anschnittlänge

Die Anschnittlänge beschreibt die axiale Länge des Bereichs, in dem die Schneidzähne das Gewinde schrittweise erzeugen. Ein längerer Anschnitt verteilt die Zerspanungsarbeit auf mehr Zähne, benötigt aber mehr Weg, bevor das vollständige Gewindeprofil erreicht ist.

Anschnittwinkel

Der Anschnittwinkel beschreibt die Winkelgeometrie des Anschnitts eines Schneideisens. Im Anschnitt übernehmen die Schneiden die Zerspanungsarbeit schrittweise, bevor das vollständige Gewindeprofil erreicht wird. Der Winkel beeinflusst damit, wie das Werkzeug ansetzt, wie sich die Schnittkräfte auf die Schneiden verteilen und wie ruhig der Gewindeanfang entsteht. Er ist von Spanwinkel und Schälanschnittwinkel zu unterscheiden.

Ausdrehwerkzeug

Ein Ausdrehwerkzeug dient zum Entfernen eines bereits eingebauten Drahtgewindeeinsatzes. Es wird eingesetzt, wenn ein Einsatz ersetzt, korrigiert oder im Rahmen einer erneuten Gewindereparatur entfernt werden muss. VÖLKEL führt Ausdrehwerkzeuge im V-COIL Montagewerkzeug-Programm.

Ausschussrückgewinnung

Ausschussrückgewinnung bezeichnet die Wiederverwendbarmachung eines Bauteils, das wegen eines beschädigten oder fehlerhaften Gewindes sonst als Ausschuss gelten würde. Durch eine geeignete Gewindereparatur, beispielsweise mit V-COIL, kann die Gewindefunktion wiederhergestellt und das Bauteil häufig weiterverwendet werden.

Ausschussseite (NO-GO)

Die Ausschussseite einer Gewindegrenzlehre dient zur Prüfung der Ausschussgrenze eines Gewindes. Bei einem Innengewinde wird dafür ein Gewinde-Ausschusslehrdorn verwendet. Die NO-GO-Seite kontrolliert die gegenüberliegende Grenzbedingung zur Gutseite und darf sich nur im nach der jeweiligen Prüfvorschrift zulässigen Umfang einschrauben lassen.

Außendurchmesser des Schneideisens

Der Außendurchmesser eines runden Schneideisens wird in technischen Zeichnungen häufig mit D bezeichnet. Zusammen mit der Schneideisenhöhe ist er ein wichtiges Anschlussmaß für die Auswahl des passenden Schneideisenhalters. Ein Halter ist deshalb nicht allein nach der zu schneidenden Gewindegröße auszuwählen, sondern nach den tatsächlichen Außenabmessungen des Schneideisens. VÖLKEL erläutert die Zuordnung im Beitrag Wahl des richtigen Schneideisenhalters .

Außengewinde

Ein Außengewinde liegt auf der Außenseite eines Bolzens, Rohrs oder anderen zylindrischen Werkstücks. Es greift in ein passendes Innengewinde ein. Für das manuelle Schneiden werden beispielsweise Schneideisen verwendet.

B

BA-Gewinde

BA steht für British Association Thread und bezeichnet ein britisches Gewindesystem für kleine Schraubverbindungen. Eine bekannte Anwendung ist das BA2-Gewinde beim Dart. BA-Gewinde unterscheiden sich unter anderem durch ihr Gewindeprofil und ihren Flankenwinkel von metrischen ISO-Gewinden und dürfen deshalb nicht allein anhand eines ähnlichen Durchmessers gleichgesetzt werden.

Beschichtung

Eine Beschichtung ist eine zusätzliche Schicht auf einem Werkzeug oder Prüfmittel. Je nach Anwendung kann sie Verschleiß, Reibung und Oberflächeneigenschaften beeinflussen. Beispiele sind TiN, TiCN, TiAlN und DLC.

Bewegungsgewinde

Ein Bewegungsgewinde wandelt eine Drehbewegung in eine lineare Bewegung um oder überträgt Kräfte entlang einer Achse. Typische Ausführungen sind Trapezgewinde, Sägegewinde und Rechteckgewinde.

Bohrung für Halteschrauben

Die Bohrung beziehungsweise Anlage für Halteschrauben gehört zu den geometrischen Merkmalen eines runden Schneideisens und wird in technischen Darstellungen häufig mit b bezeichnet. Über die Schrauben wird das Schneideisen im Schneideisenhalter sicher fixiert. Bei dafür vorgesehenen geschlitzten Form-A-Schneideisen kann die Einstellung über die Halteschrauben zusätzlich eine geringe Veränderung der Werkzeugweite ermöglichen.

Bohrungsart

Die Bohrungsart beschreibt vor allem, ob das Kernloch als Durchgangsloch oder Sackloch ausgeführt ist. Davon hängt wesentlich ab, welche Spanführung und Werkzeuggeometrie sinnvoll ist.

BSW-Gewinde

BSW steht für British Standard Whitworth und bezeichnet ein britisches Zollgewindesystem mit 55° Flankenwinkel. Die Steigung wird typischerweise über TPI angegeben.

C

Co5

Co5 bezeichnet einen Schnellarbeitsstahl mit etwa fünf Prozent Kobalt und wird im Werkzeugbereich häufig im Umfeld von HSSE verwendet. Der Kobaltanteil verbessert insbesondere Warmhärte und Verschleißbeständigkeit gegenüber einfachem HSS.

D

Dartgewinde

Als Dartgewinde wird üblicherweise das BA2-Gewinde (2BA) bezeichnet. Es verbindet bei vielen Dartpfeilen den Barrel mit dem Schaft. Das BA2-Gewinde besitzt einen Nenndurchmesser von etwa 4,7 mm, eine Steigung von etwa 0,81 mm und einen Flankenwinkel von 47,5°. Für beschädigte oder neu herzustellende Innengewinde können passende Gewindebohrer verwendet werden; für Außengewinde kommen entsprechende Schneideisen zum Einsatz. Mehr dazu erklärt VÖLKEL im Beitrag Was ist ein Dartgewinde? .

DIN 371

DIN 371 beschreibt Maschinengewindebohrer mit verstärktem Schaft für bestimmte Abmessungsbereiche metrischer Gewinde. VÖLKEL führt Maschinengewindebohrer unter anderem nach DIN 371, DIN 374 und DIN 376.

DLC-Beschichtung

DLC steht für Diamond-Like Carbon und bezeichnet eine harte, kohlenstoffbasierte Beschichtung mit niedrigem Reibungskoeffizienten. Bei Gewindelehren kann DLC die Verschleißbeständigkeit der beanspruchten Prüfflächen erhöhen und damit zu einer längeren Nutzungsdauer beitragen.

Drehmoment

Das Drehmoment ist die drehende Belastung beim Gewindeschneiden. Es wird unter anderem von Werkstoff, Kernlochdurchmesser, Gewindegröße, Werkzeugzustand, Schmierung und Spanbildung beeinflusst.

Durchgangsloch

Ein Durchgangsloch beziehungsweise eine Durchgangsbohrung verläuft vollständig durch das Werkstück. Beim Gewindeschneiden können die Späne mit einer geeigneten Werkzeugausführung nach vorne aus der Bohrung austreten. Dafür wird häufig Form B mit Schälanschnitt eingesetzt.

E

Einbauwerkzeug

Ein Einbauwerkzeug dient zum Einsetzen eines Drahtgewindeeinsatzes in das vorbereitete STI-Aufnahmegewinde. Die Ausführung richtet sich unter anderem nach Gewindegröße und Einsatztyp.

Einsatzlänge

Die Einsatzlänge beschreibt die Länge eines Gewindeeinsatzes im Verhältnis zum Nenndurchmesser des Gewindes. Angaben wie 1,0 D, 1,5 D, 2,0 D oder 3,0 D bezeichnen ein entsprechendes Vielfaches des Nenndurchmessers.

Einschraublänge

Die Einschraublänge beschreibt den axialen Bereich, in dem Innen- und Außengewinde ineinandergreifen. Sie beeinflusst die Anzahl der tragenden Gewindegänge und muss zur Belastung, zum Werkstoff und zur vorgesehenen Schraubverbindung passen.

F

Fertigschneider

Der Fertigschneider ist bei einem mehrteiligen Handgewindebohrersatz die letzte Schneidstufe. Vorschneider und Mittelschneider haben das Gewinde bereits vorbereitet; der Fertigschneider erzeugt das vorgesehene vollständige Profil.

Flankenradius

Der Flankenradius beschreibt eine definierte Rundung am Übergang zwischen Gewindeflanke, Gewindegrund oder Gewindespitze. Seine Ausführung hängt vom jeweiligen Gewindeprofil und der zugehörigen Gewindenorm ab.

Flankenwinkel

Der Flankenwinkel beschreibt den Winkel zwischen den beiden Flanken eines Gewindeprofils. Er gehört zu den kennzeichnenden Merkmalen eines Gewindesystems.

Form A – Gewindebohrer

Form A bezeichnet einen langen Anschnitt mit sechs bis acht Gewindegängen. Dadurch verteilt sich die Zerspanungsarbeit auf mehrere Schneidzähne. Die Form eignet sich insbesondere für kurze Durchgangslöcher. Technische Zeichnung Form A ↗ Technische Zeichnung eines Gewindebohrers Form A mit langem Anschnitt Form A – langer Anschnitt

Form A – Schneideisen

Form A bezeichnet bei runden Schneideisen die geschlitzte beziehungsweise geschnittene Ausführung. Der Schlitz unterscheidet diese Bauform von der geschlossenen Form B – Schneideisen. Im passenden Schneideisenhalter kann die geschlitzte Ausführung über die vorgesehenen Schrauben geringfügig eingestellt werden. Die Bezeichnung „Form A“ ist hier ausdrücklich von Form A – Gewindebohrer zu unterscheiden, da beide Begriffe unterschiedliche Werkzeuggeometrien beschreiben. Einen Überblick über runde Schneideisen bietet VÖLKEL unter Schneideisen / Sechskant-Schneidmuttern .

Form B – Schneideisen

Form B bezeichnet bei runden Schneideisen die geschlossene Ausführung. Im Unterschied zur geschlitzten Form A – Schneideisen besitzt das Werkzeug keinen durchgehenden Einstellschlitz und ist dadurch besonders formstabil. Bei VÖLKEL ist Form B bei vielen runden Schneideisen die übliche Standardform. Die Bezeichnung darf nicht mit Form B – Gewindebohrer verwechselt werden, wo „Form B“ einen Schälanschnitt für die Spanführung nach vorne bezeichnet.

Form B-AZ

Form B-AZ kombiniert den Anschnitt der Form B mit ausgesetzten Zähnen. Die unterbrochene Zahnanordnung kann bei geeigneten zähen und langspanenden Werkstoffen Vorteile bieten.

Form C

Form C bezeichnet einen kurzen Anschnitt und wird häufig für Sacklöcher verwendet. Die Spanführung hängt zusätzlich von der Nutgeometrie ab.

Form C/35° RSP

Form C/35° RSP verbindet einen kurzen Anschnitt mit einer 35°-Rechtsspirale. Die spiraligen Spannuten fördern Späne zurück zur Bohrungsöffnung und eignen sich deshalb besonders für Sacklöcher.

Freiwinkel

Der Freiwinkel ist der Winkel zwischen der Freifläche einer Schneide und der bearbeiteten Werkstückoberfläche. Er verhindert, dass das Werkzeug unnötig am Werkstück reibt, und beeinflusst Schnittkräfte, Wärmeentwicklung und Werkzeugverschleiß.

Führung für Schneideisen

Eine Führung für Schneideisen unterstützt das möglichst rechtwinklige Ansetzen des Schneideisens zur Werkstückachse. Gerade die ersten Gewindegänge sind entscheidend: Wird das Werkzeug schief angesetzt, läuft auch das entstehende Außengewinde schief weiter. Die Führung sitzt am Bolzen beziehungsweise Werkstück und stabilisiert das Werkzeug, bis die ersten Gänge sicher greifen. VÖLKEL bietet Schneideisen-Sätze mit Führungen an: Schneideisen-Sätze mit Führungen .

G

G-Gewinde

Das G-Gewinde ist ein zylindrisches Rohrgewinde aus der BSP-Familie. International wird es häufig als BSPP bezeichnet. Das Gewinde dichtet üblicherweise nicht über die Gewindeflanken, sodass eine zusätzliche Dichtfläche oder ein Dichtelement erforderlich ist. Mehr dazu erklärt VÖLKEL im Beitrag Rohrgewindearten erklärt .

Gänge pro Zoll (TPI)

TPI steht für „Threads per Inch“ und gibt an, wie viele Gewindegänge auf 25,4 mm entfallen. Je höher der TPI-Wert, desto kleiner die Steigung. Der Zusammenhang lautet: Steigung in mm = 25,4 ÷ TPI.

Gewinde

Ein Gewinde ist ein schraubenförmig verlaufendes Profil an oder in einem Bauteil. Für die eindeutige Zuordnung sind unter anderem Gewindeart, Nenngröße, Steigung, Drehrichtung und Gewindenorm wichtig.

Gewinde-Ausschusslehrdorn

Der Gewinde-Ausschusslehrdorn ist die NO-GO-Seite zur Grenzprüfung eines Innengewindes. Er kontrolliert die gegenüberliegende Toleranzgrenze zur Gutseite und darf sich nur im nach der jeweiligen Prüfvorschrift zulässigen Umfang einschrauben lassen.

Gewinde-Gutlehrdorn

Der Gewinde-Gutlehrdorn bildet die GO- beziehungsweise Gutseite bei der Prüfung eines Innengewindes. Bei einem ordnungsgemäßen Gewinde muss er sich entsprechend der Prüfvorgabe über die vorgesehene Prüflänge einschrauben lassen.

Gewinde-Lehrring

Ein Gewinde-Lehrring beziehungsweise Grenzlehrring dient zur Prüfung von Außengewinden. Der Gutlehrring prüft die Gutgrenze und muss sich entsprechend der Prüfvorgabe aufschrauben lassen. Der Ausschusslehrring kontrolliert die gegenüberliegende Grenzbedingung und darf nur im zulässigen Umfang auf das Außengewinde passen.

Gewinde-Reparatursatz

Ein Gewinde-Reparatursatz enthält aufeinander abgestimmte Werkzeuge und Gewindeeinsätze für die Reparatur einer Gewindegröße. Beim V-COIL-System gehören je nach Satz STI-Gewindebohrer, Einbauwerkzeug, Zapfenbrecher, Einsätze und bis M12 häufig auch der passende Spiralbohrer dazu.

Gewindeauslauf

Der Gewindeauslauf ist der Bereich, in dem das vollständige Gewindeprofil endet und die Gewindegänge zunehmend unvollständig werden.

Gewindebestimmung

Bei der Gewindebestimmung werden zunächst Innen- oder Außengewinde, Nenndurchmesser, Gewindesteigung, Gewindeprofil und Drehrichtung ermittelt. Diese Merkmale ermöglichen anschließend die Zuordnung zu einer Gewindenorm. Bei Zollgewinden wird die Steigung häufig als Gewindegänge pro Zoll angegeben.

Gewindebohrer-Verlängerung

Eine Gewindebohrer-Verlängerung verlängert den Abstand zwischen Haltewerkzeug und Gewindebohrer, damit tiefer liegende oder schwer erreichbare Gewinde bearbeitet werden können. VÖLKEL führt Gewindebohrer-Verlängerungen nach DIN 377 für unterschiedliche Vierkantgrößen. VÖLKEL Haltewerkzeuge .

Gewindebohrerbruch

Gewindebohrerbruch bezeichnet das Versagen des Werkzeugs während der Bearbeitung. Mögliche Einflussgrößen sind ein ungeeignetes Kernloch, mangelnde Schmierung, Spanprobleme, Schiefstellung, Verschleiß oder zu hohes Drehmoment.

Gewindebohrfutter

Ein Gewindebohrfutter ist eine Werkzeugaufnahme für maschinelles Gewindebohren. Je nach Ausführung kann es Längen- oder Drehmomentausgleich bereitstellen.

Gewindebuchse

Eine Gewindebuchse ist ein massiver Gewindeeinsatz mit Innen- und Außengewinde. Sie wird in eine entsprechend vorbereitete Bohrung beziehungsweise ein Aufnahmegewinde eingesetzt und stellt anschließend das benötigte Innengewinde bereit. Sie unterscheidet sich vom Drahtgewindeeinsatz durch ihre massive Bauform.

Gewindefeile

Eine Gewindefeile ist ein Handwerkzeug zum Nacharbeiten beschädigter Gewindeflanken, insbesondere an Außengewinden. Das verwendete Profil und die Teilung müssen zum vorhandenen Gewinde passen. Eine Gewindefeile dient der Außengewindereparatur und ist nicht zum vollständigen Herstellen eines neuen Gewindes vorgesehen.

Gewindeflanke

Die Gewindeflanken sind die seitlichen Flächen des Gewindeprofils. Über sie werden bei einer Schraubverbindung wesentliche Kräfte zwischen Innen- und Außengewinde übertragen.

Gewindefreistich

Ein Gewindefreistich ist eine gezielt eingebrachte Freistellung am Ende eines Außengewindes oder Innengewindes. Bei einem Innengewinde wird entsprechend von einem Innenfreistich gesprochen. Der Freistich schafft Platz für den Werkzeugauslauf und ermöglicht, dass ein Gegenstück bis an eine Schulter oder Anlagefläche heranlaufen kann. Gewindefreistiche werden häufig nach DIN 76 ausgeführt.

Gewindegrenzlehre

Eine Gewindegrenzlehre kontrolliert, ob ein gefertigtes Gewinde innerhalb der zulässigen Maßgrenzen liegt. Innengewinde werden mit Gutlehrdorn und Ausschusslehrdorn geprüft; für Außengewinde kommen entsprechende Gewinde-Lehrringe zum Einsatz. Das Ergebnis lautet Gut oder Ausschuss, ein konkreter Messwert wird nicht angezeigt.

Gewindelehre

Gewindelehre ist der Oberbegriff für Prüfmittel, mit denen festgelegte Merkmale eines Gewindes kontrolliert werden. Eine Gewindegrenzlehre ist eine besondere Ausführung: Sie prüft nach dem Grenzlehrenprinzip, ob das gefertigte Gewinde innerhalb der zulässigen Grenzen liegt. Anders als beim Messen wird dabei kein konkreter Messwert ermittelt. Weitere technische Angaben und Abmessungen findest Du im Katalog Präzisions-Gewindelehren (PDF) .

Gewindenormen

Gewindenormen legen unter anderem Profil, Abmessungen, Steigung, Toleranzen und Bezeichnung eines Gewindes fest. Zu den verbreiteten Systemen gehören metrische DIN- und ISO-Gewinde, UNC, UNF, BSW, BSP sowie NPT. Ähnlich große Gewinde verschiedener Normen sind nicht automatisch miteinander kompatibel.

Gewindepanzerung

Als Gewindepanzerung wird die Verstärkung eines Innengewindes durch einen Gewindeeinsatz bezeichnet. Sie kann insbesondere bei Werkstoffen mit geringerer Scherfestigkeit ein belastbares und verschleißarmes Gewinde schaffen.

Gewindepassung

Die Gewindepassung beschreibt das vorgesehene Zusammenspiel von Innen- und Außengewinde innerhalb ihrer Toleranzen.

Gewindeprofil

Das Gewindeprofil beschreibt die geometrische Form eines Gewindes im axialen Schnitt. Dazu gehören unter anderem Flanken, Flankenwinkel, Gewindespitze und Gewindegrund.

Gewindeschneiden

Beim Gewindeschneiden wird Werkstoff mit einem schneidenden Werkzeug abgetragen. Beim Innengewinde übernimmt diese Aufgabe der Gewindebohrer.

Gewindeschneider

Gewindeschneider wird umgangssprachlich als Oberbegriff für Werkzeuge zum Gewindeschneiden verwendet. Ein Gewindebohrer stellt ein Innengewinde her; ein Schneideisen schneidet ein Außengewinde. Für die Werkzeugauswahl ist die genaue Bezeichnung deshalb eindeutiger als das allgemeine Wort Gewindeschneider.

Gewindeschneidsatz

Ein Gewindeschneidsatz enthält aufeinander abgestimmte Werkzeuge für mehrere Gewindegrößen. Je nach Ausführung gehören Gewindebohrer, Schneideisen, Kernlochbohrer und passende Halter dazu. Die Suchbegriffe „Gewindeschneider Set“ und „Gewindebohrer Set“ werden häufig für solche Zusammenstellungen verwendet. VÖLKEL führt sie unter Gewindeschneidwerkzeugsätze und Gewindebohrer-Sets .

Gewindesteigung

Die Gewindesteigung ist der axiale Abstand zwischen entsprechenden Punkten zweier benachbarter Gewindegänge. Sie ist ein wesentliches Kennzeichen eines Gewindes.

Gewindetiefe

Die Gewindetiefe beschreibt die axiale Länge des hergestellten Gewindes. Bei Sacklöchern ist sie von der gesamten Kernlochtiefe zu unterscheiden.

GO / NO-GO

GO und NO-GO bezeichnen die beiden Prüffunktionen einer Grenzlehre. Die GO- beziehungsweise Gutseite muss das zu prüfende Gewinde nach der jeweiligen Prüfvorgabe passieren. Die NO-GO- beziehungsweise Ausschussseite darf nur im zulässigen Umfang eingreifen. Bei Innengewinden übernehmen Gutlehrdorn und Ausschusslehrdorn diese Funktionen.

Grenzlehrenprinzip

Beim Grenzlehrenprinzip wird ein Werkstück mit einer Gutgrenze und einer Ausschussgrenze verglichen. Die Prüfung zeigt, ob das Merkmal innerhalb der zulässigen Toleranz liegt; sie liefert keinen Zahlenwert. Bei Gewinden wird dieses Prinzip mit Gewindegrenzlehren und den Prüffunktionen GO und NO-GO angewendet.

Grenzmaß

Ein Grenzmaß ist ein zulässiger Höchst- oder Mindestwert eines Maßes. Bei Gewinden legen Grenzmaße den zulässigen Bereich fest, innerhalb dessen das gefertigte Gewinde liegen muss.

H

Handgewindebohrer Nr. 1 – Vorschneider

Der Handgewindebohrer Nr. 1 ist der Vorschneider eines klassischen dreiteiligen Handgewindebohrersatzes. Sein längerer Anschnitt übernimmt den ersten Teil der Zerspanungsarbeit und bereitet das Gewinde für die folgenden Werkzeuge vor.

Handgewindebohrer Nr. 2 – Mittelschneider

Der Handgewindebohrer Nr. 2 ist der Mittelschneider eines dreiteiligen Satzes. Er folgt auf den Vorschneider und vertieft beziehungsweise erweitert das bereits angeschnittene Gewinde.

Handgewindebohrer Nr. 3 – Fertigschneider

Der Handgewindebohrer Nr. 3 ist der Fertigschneider eines dreiteiligen Satzes. Er stellt das Gewinde bis zum vorgesehenen vollständigen Profil fertig.

HexDrive

HexDrive bezeichnet bei VÖLKEL Gewindewerkzeuge mit einem 1/4"-Sechskantschaft. Der einheitliche Sechskantantrieb ermöglicht einen schnellen Werkzeugwechsel und eignet sich für handliche Antriebe in Montage, Reparatur und Service. HexDrive wird unter anderem bei Maschinengewindebohrern und in der TwinBox eingesetzt.

HexTap

HexTap bezeichnet bei VÖLKEL doppelseitige Gewindebohrer mit Sechskantaufnahme. Vor- und Fertigschneider sind in einem Werkzeug kombiniert, sodass sich manuelle Gewindearbeiten und Reparaturen kompakt ausführen lassen. V-COIL rapid und automotive nutzen je nach Satz ebenfalls HexTap-Ausführungen.

HSS

HSS steht für High Speed Steel beziehungsweise Schnellarbeitsstahl und ist ein verbreiteter Schneidstoff für Gewindewerkzeuge.

HSS-G

HSS-G bezeichnet geschliffenen Schnellarbeitsstahl. Das „G“ steht für geschliffen und beschreibt die Herstellungsart des Werkzeugs.

HSSE-PM

HSSE-PM bezeichnet pulvermetallurgisch hergestellten kobaltlegierten Schnellarbeitsstahl. Er wird für anspruchsvollere Gewindewerkzeuge eingesetzt. VÖLKEL führt Maschinengewindebohrer unter anderem in HSSE-PM.

I

Innengewinde

Ein Innengewinde befindet sich in einer Bohrung oder Mutter. Es kann beispielsweise mit einem Gewindebohrer geschnitten oder mit einem Gewindeformer spanlos hergestellt werden.

J

K

Kaliberhaltigkeit

Kaliberhaltigkeit beschreibt, ob ein hergestelltes Gewinde innerhalb der vorgegebenen Maß- und Toleranzgrenzen liegt. Ein kaliberhaltiges Gewinde besteht die Prüfung mit der passenden Gewindegrenzlehre.

Kernloch

Das Kernloch ist die Bohrung, in der anschließend das Innengewinde hergestellt wird. Sein Durchmesser muss zum Gewinde und zum Herstellungsverfahren passen.

Kernlochdurchmesser

Der Kernlochdurchmesser, teilweise auch Kernbohrdurchmesser genannt, ist der Bohrungsdurchmesser vor der Herstellung eines Innengewindes. Ein zu kleines Kernloch erhöht Werkzeugbelastung und Drehmoment. Ein zu großes Kernloch reduziert die Gewindeüberdeckung. Der erforderliche Bohrlochdurchmesser hängt von Gewinde, Steigung und Herstellungsverfahren ab. Maßtabelle: Kernlochmaße (PDF) .

Kernlochtiefe

Die Kernlochtiefe beziehungsweise Grundlochtiefe ist bei einem Sackloch größer als die tatsächlich nutzbare Gewindetiefe. Zusätzlicher Raum wird für Bohrerspitze, Anschnitt, Gewindeauslauf und anfallende Späne benötigt.

Konisches Gewinde / kegeliges Gewinde

Bei einem konischen beziehungsweise kegeligen Gewinde verändert sich der Durchmesser über die Gewindelänge. Zu dieser Gruppe gehören unter anderem R-Gewinde, Rc-Gewinde, NPT und NPTF. Die Systeme unterscheiden sich in Norm, Profil und Dichtprinzip und dürfen nicht allein aufgrund ähnlicher Abmessungen kombiniert werden.

Kühlschmierstoff

Kühlschmierstoff reduziert je nach Anwendung Reibung und Wärme und unterstützt die Spanabfuhr. Das geeignete Medium hängt von Werkzeug, Werkstoff und Bearbeitungsverfahren ab.

L

Lehrdorn

Ein Lehrdorn ist ein Prüfmittel für Bohrungen oder andere Innenkonturen. Ein Gewindelehrdorn besitzt zusätzlich das passende Gewindeprofil und prüft ein Innengewinde. Als Gewindegrenzlehre wird er mit Gut- und Ausschussfunktion eingesetzt. Der allgemeine Begriff Lehrdorn bezeichnet daher nicht automatisch eine Gewindelehre.

Lehren

Beim Lehren wird geprüft, ob ein Werkstück vorgegebene Grenzbedingungen einhält. Im Unterschied zum Messen erhält der Anwender normalerweise keinen konkreten Zahlenwert.

M

Maschinengewindebohrer

Ein Maschinengewindebohrer ist für den maschinellen Einsatz ausgelegt. VÖLKEL führt Maschinengewindebohrer unter anderem nach DIN 371, DIN 374 und DIN 376 sowie für zahlreiche metrische, Unified-, Whitworth- und Rohrgewinde. Technische Übersicht: Maschinengewindebohrer (PDF) .

Mehrgängiges Gewinde

Ein mehrgängiges Gewinde besitzt zwei oder mehr parallel verlaufende Gewindegänge. Dadurch ist der axiale Vorschub pro Umdrehung größer als bei einem eingängigen Gewinde. Die Leitsteigung ergibt sich aus der Gewindesteigung multipliziert mit der Anzahl der Gewindegänge.

Messen

Beim Messen wird eine physikalische Größe als konkreter Messwert bestimmt, beispielsweise ein Durchmesser in Millimetern. Das unterscheidet sich vom Lehren, bei dem festgestellt wird, ob vorgegebene Grenzbedingungen eingehalten werden.

Metrisches Gewinde

Beim metrischen ISO-Gewinde werden Nenndurchmesser und Steigung in Millimetern angegeben. Die Bezeichnung M10 bezeichnet beispielsweise ein metrisches Gewinde mit 10 mm Nenndurchmesser.

Mitnehmerzapfen

Der Mitnehmerzapfen ist bei klassischen Drahtgewindeeinsätzen der Bereich, über den das Einbauwerkzeug den Einsatz beim Einschrauben mitnimmt. Nach dem Einbau wird er bei entsprechenden Einsatztypen mit einem Zapfenbrecher entfernt.

Mittelschneider

Der Mittelschneider ist bei einem dreiteiligen Handgewindebohrersatz die zweite Bearbeitungsstufe zwischen Vorschneider und Fertigschneider.

N

Nennmaß

Das Nennmaß ist die zur Bezeichnung eines Gewindes verwendete nominelle Größe. Tatsächliche Maße dürfen innerhalb der vorgegebenen Toleranzen davon abweichen.

NPS-Gewinde

NPS bezeichnet zylindrische amerikanische Rohrgewinde. Sie dürfen nicht mit kegeligem NPT verwechselt werden. VÖLKEL führt NPS unter anderem bei Einschnittgewindebohrern.

NPT-Gewinde

NPT steht für National Pipe Taper und bezeichnet ein kegeliges amerikanisches Rohrgewinde. Es unterscheidet sich in Profil und Normung von europäischen BSP-Systemen.

NPTF-Gewinde

NPTF ist ein kegeliges amerikanisches Rohrgewinde für Anwendungen mit erhöhten Anforderungen an die Dichtwirkung der Gewindeverbindung. NPT und NPTF dürfen trotz ähnlicher Bezeichnung nicht pauschal gleichgesetzt werden. VÖLKEL führt NPTF bei Einschnittgewindebohrern.

O

Oberflächenbehandlung

Eine Oberflächenbehandlung verändert die Werkzeugoberfläche, ohne den Grundwerkstoff des Werkzeugs zu ersetzen. Dazu gehören beispielsweise VAP sowie Beschichtungen wie TiN, TiCN und TiAlN. VÖLKEL führt Maschinengewindebohrer mit diesen Oberflächenausführungen. Technische Übersicht: Oberflächenbehandlungen (PDF) .

P

PG-Gewinde

PG steht für Panzerrohrgewinde beziehungsweise Stahlpanzerrohrgewinde. Das Gewindesystem wurde vor allem bei PG-Rohren, PG-Verschraubungen und Kabelverschraubungen in Elektroinstallationen verwendet. VÖLKEL führt passende PG-Gewindewerkzeuge unter anderem als Einschnittgewindebohrer.

Prüflänge

Die Prüflänge beschreibt den Bereich eines Werkstücks oder Gewindes, der bei einer Prüfung berücksichtigt wird. Bei der Gewindeprüfung hängt die zulässige Anwendung von Gut- und Ausschusslehre von der jeweiligen Prüfvorschrift und Gewindeart ab.

R

R-Gewinde (BSPT)

Das R-Gewinde ist ein kegeliges Whitworth-Außengewinde nach ISO 7-1 beziehungsweise EN 10226-1 mit 55° Flankenwinkel. Es gehört zum häufig als BSPT bezeichneten System der im Gewinde dichtenden Rohrgewinde und wird typischerweise mit einem Rp-Innengewinde kombiniert. Mehr dazu im VÖLKEL Beitrag Rohrgewindearten erklärt .

Rc-Gewinde

Rc bezeichnet ein kegeliges Innenrohrgewinde aus der BSPT-Familie. Werkzeug und Gegenstück müssen ausdrücklich für dieses Gewindesystem vorgesehen sein. VÖLKEL führt Rc bei Maschinen- und Einschnittgewindebohrern.

Rechteckgewinde

Ein Rechteckgewinde besitzt ein rechteckiges Gewindeprofil und wird als Bewegungsgewinde zur Übertragung von Bewegungen und Kräften eingesetzt. Es bietet einen hohen Wirkungsgrad, ist jedoch aufwendiger herzustellen als ein Trapezgewinde.

Rechtsgewinde

Das Rechtsgewinde ist die übliche Gewinderichtung. Es wird beim Drehen im Uhrzeigersinn eingeschraubt beziehungsweise angezogen.

Rechtsspirale

Eine Rechtsspirale beschreibt spiralig verlaufende Spannuten eines Gewindebohrers. Sie unterstützen bei geeigneter Werkzeugausführung den Transport der Späne entgegen der Schneidrichtung zur Bohrungsöffnung.

Regelgewinde

Das Regelgewinde ist innerhalb einer metrischen Nenngröße die standardmäßig zugeordnete gröbere Steigung. Im Gegensatz dazu besitzt ein Feingewinde eine kleinere Steigung.

Rundes Schneideisen

Ein rundes Schneideisen dient zum spanenden Herstellen eines Außengewindes. Beim Handeinsatz wird es in einem Schneideisenhalter aufgenommen und möglichst rechtwinklig zur Werkstückachse angesetzt. Neben Gewindesystem und Größe unterscheiden sich runde Schneideisen nach Werkzeugwerkstoff, Oberfläche, Schälanschnitt und Ausführung. Bei VÖLKEL gehören dazu unter anderem VS, VE, VX und MS. Eine praktische Anleitung findest Du im VÖLKEL Beitrag Außengewinde mit dem Schneideisen sauber schneiden per Hand .

Rundes Schneideisen MS

MS bezeichnet bei VÖLKEL eine auf kurzspanende Werkstoffe abgestimmte Ausführung runder Schneideisen. Die Werkzeuge bestehen aus HSS, sind geläppt und besitzen einen Schälanschnitt. Sie sind insbesondere für Messing und weitere kurzspanende Werkstoffe vorgesehen. Die spezielle Ausführung berücksichtigt, dass sich Spanbildung und Schneidverhalten solcher Werkstoffe von langspanenden Stählen unterscheiden.

Rundes Schneideisen VE

VE bezeichnet bei VÖLKEL eine Ausführung runder Schneideisen aus HSSE mit Schälanschnitt. Die Ausführung ist für anspruchsvollere und schwerer zerspanbare Werkstoffe wie rostfreie beziehungsweise zähe Stähle vorgesehen. Gegenüber der allgemeinen VS-Ausführung steht hier die höhere Belastbarkeit des kobaltlegierten Schnellarbeitsstahls im Vordergrund.

Rundes Schneideisen VS

VS bezeichnet bei VÖLKEL ein rundes Schneideisen aus HSS für den allgemeinen Handeinsatz. Es ist die universelle Standardausführung für zahlreiche gut zerspanbare Werkstoffe und wird zum Herstellen von Außengewinden eingesetzt. Für anspruchsvollere Werkstoffe oder besondere Spanbildung stehen unter anderem VE, VX und MS zur Verfügung.

Rundes Schneideisen VX

VX bezeichnet bei VÖLKEL ein High-Performance-Schneideisen aus HSSE. Die Ausführung ist geläppt, vaporisiert und mit einem Schälanschnitt ausgestattet. Die VAP-Oberfläche unterstützt die Schmierstoffhaftung und das Gleitverhalten. VX ist für anspruchsvollere Anwendungen sowie für Hand- und Maschineneinsatz ausgelegt und eignet sich insbesondere für langspanende beziehungsweise höher belastende Werkstoffe.

Rundgewinde

Ein Rundgewinde besitzt ein stark gerundetes Gewindeprofil und wird beispielsweise bei Anwendungen eingesetzt, bei denen Verschmutzung oder mechanische Beanspruchung eine Rolle spielen. VÖLKEL führt Rd-Rundgewinde im Maschinengewindebohrer-Programm.

Rundlauf

Der Rundlauf beschreibt die Abweichung eines rotierenden Werkzeugs von seiner idealen Drehachse. Schlechter Rundlauf kann Schneiden ungleichmäßig belasten und Werkzeugstandzeit sowie Gewindequalität beeinträchtigen.

S

Sackloch

Ein Sackloch, auch Grundloch oder Sackbohrung genannt, endet im Werkstück und besitzt keinen freien Austritt. Deshalb müssen Grundlochtiefe, Spanraum, Anschnitt und Spanführung berücksichtigt werden. Häufig kommen spiralgenutete Gewindebohrer mit Rechtsspirale zum Einsatz.

Sägengewinde

Ein Sägengewinde besitzt ein asymmetrisches Gewindeprofil. Die steile Lastflanke ist für hohe axiale Kräfte in einer bevorzugten Richtung ausgelegt. Es gehört zu den Bewegungsgewinden und wird eingesetzt, wenn die Hauptbelastung überwiegend aus einer Richtung wirkt.

Schälanschnitt

Der Schälanschnitt ist eine Werkzeuggeometrie, die entstehende Späne in Schneidrichtung nach vorn führt. Er ist charakteristisch für Form B und eignet sich besonders für Durchgangslöcher.

Schälanschnittwinkel

Der Schälanschnittwinkel beschreibt die Winkelgeometrie des Schälanschnitts eines Schneideisens. Der Schälanschnitt beeinflusst, wie das Werkzeug in das Material eingreift und wie die beim Schneiden entstehenden Späne gebildet und geführt werden. Der Schälanschnittwinkel ist deshalb ein eigener Geometrieparameter und nicht mit Anschnittwinkel oder Spanwinkel gleichzusetzen.

Schneideisen

Ein Schneideisen ist ein spanendes Werkzeug zum Herstellen oder Nachschneiden von Außengewinden an Bolzen, Stangen oder Rohren. Für neu herzustellende Außengewinde sind runde Schneideisen die typische Lösung; Sechskant-Schneidmuttern eignen sich besonders zum Nachschneiden und Reparieren vorhandener Außengewinde. Die Auswahl richtet sich nach Gewindesystem, Abmessung, Werkstoff und Einsatzfall. Runde Schneideisen werden beim Handeinsatz in einem Schneideisenhalter geführt. Eine ausführliche Praxisanleitung bietet VÖLKEL im Beitrag Außengewinde mit dem Schneideisen sauber schneiden per Hand ; passende Werkzeuge findest Du unter Schneideisen / Sechskant-Schneidmuttern . Technische Übersicht: Schneideisen (PDF) .

Schneideisenhalter

Ein Schneideisenhalter dient zur sicheren Aufnahme und manuellen Führung eines runden Schneideisens. Entscheidend ist, dass Außendurchmesser und Schneideisenhöhe zum Halter passen. Die Spann- beziehungsweise Halteschrauben fixieren das Werkzeug; bei dafür vorgesehenen geschlitzten Schneideisen können sie außerdem zum geringfügigen Einstellen genutzt werden. Warum die Abmessungen zusammenpassen müssen, erklärt VÖLKEL im Beitrag Wahl des richtigen Schneideisenhalters .

Schneidöl

Schneidöl reduziert beim Gewindeschneiden Reibung und Wärme und unterstützt Oberflächenqualität und Werkzeugstandzeit. Schneidpaste ist eine pastöse Form des Schneidmittels und haftet besonders gut an Werkzeug und Bearbeitungsstelle. Die Auswahl muss zu Werkstoff und Werkzeug passen.

Sechskant-Schneidmutter

Eine Sechskant-Schneidmutter ist ein Werkzeug zum Nachschneiden und Reparieren vorhandener Außengewinde. Durch ihre äußere Sechskantform kann sie mit einem passenden Maul- oder Ringschlüssel betätigt werden und erreicht dadurch Stellen, an denen für einen Schneideisenhalter nicht genügend Platz vorhanden ist. Für das vollständige Neuschneiden eines Außengewindes ist dagegen ein rundes Schneideisen die präzisere Standardlösung. VÖLKEL behandelt beide Werkzeugarten im Beitrag Außengewinde mit dem Schneideisen sauber schneiden per Hand . Technische Übersicht: Sechskant-Schneidmuttern (PDF) .

Sechskant-Schneidmutter VS

Die Sechskant-Schneidmutter VS ist bei VÖLKEL eine HSS-Ausführung für den allgemeinen Handeinsatz. Sie eignet sich insbesondere zum Nachschneiden und Reparieren beschädigter Außengewinde sowie für schwer zugängliche Arbeitsstellen. Der äußere Sechskant ermöglicht die Betätigung mit einem geeigneten Schraubenschlüssel. Damit unterscheidet sich die Schneidmutter funktional vom runden Schneideisen VS, das insbesondere zum präzisen Herstellen neuer Außengewinde eingesetzt wird.

Selbstsichernder Gewindeeinsatz

Ein selbstsichernder Gewindeeinsatz erzeugt zusätzlich eine Klemmwirkung auf die eingeschraubte Schraube. Bei V-COIL Typ SL übernehmen eine oder mehrere polygonal geformte Windungen diese Funktion und unterstützen die Sicherung gegen Losdrehen unter Vibration.

Spanabfuhr

Spanabfuhr bezeichnet den kontrollierten Abtransport der beim Gewindeschneiden entstehenden Späne. Beim Spanbrechen werden lange Späne gezielt in kürzere Abschnitte geteilt, damit sie leichter abgeführt werden können. Eine ungünstige Spanbildung oder Spanverdichtung kann Drehmoment, Werkzeugverschleiß und Bruchgefahr erhöhen.

Spanraum

Der Spanraum ist der zur Aufnahme beziehungsweise Führung der Späne verfügbare Raum am Werkzeug oder im Kernloch. Besonders bei Sacklöchern ist ausreichender Spanraum wichtig.

Spanwinkel

Der Spanwinkel beschreibt die Winkelstellung der Spanfläche an einer Schneide und wird in technischen Darstellungen häufig mit α bezeichnet. Er beeinflusst, wie sich der Werkstoff beim Schneiden verformt und als Span ablöst, und wirkt damit auf Schnittkräfte, Spanbildung und Schneidverhalten. Die geeignete Geometrie hängt vom zu bearbeitenden Werkstoff und vom Werkzeugkonzept ab. Beim Schneideisen ist der Spanwinkel von Anschnittwinkel und Schälanschnittwinkel zu unterscheiden.

Spiralnut

Eine Spiralnut ist eine schraubenförmig verlaufende Spannut. Bei geeigneter Spiralisierung kann sie Späne aus einem Sackloch zurück in Richtung Bohrungsöffnung fördern.

Standzeit

Die Standzeit beschreibt die Nutzungsdauer beziehungsweise Bearbeitungsleistung eines Werkzeugs bis zu einem festgelegten Verschleißkriterium. Sie wird von Werkstoff, Schnittwerten, Schmierung, Werkzeuggeometrie und Prozessstabilität beeinflusst.

Stegbreite

Die Stegbreite wird in technischen Zeichnungen eines Schneideisens häufig mit a bezeichnet. Sie beschreibt die Breite eines Stegbereichs zwischen den Freiräumen beziehungsweise Spanlöchern des Werkzeugs und gehört zu den konstruktiven Geometrieparametern des Schneideisens. Die Stegbreite steht im Zusammenhang mit Schneidenstabilität und verfügbarem Spanraum, ist aber nicht mit der Schneideisenhöhe zu verwechseln.

STI-Gewinde

STI steht für „Screw Thread Insert“. Das STI-Gewinde ist ein speziell dimensioniertes Aufnahmegewinde für einen Drahtgewindeeinsatz. Nach dem Einsetzen des Einsatzes steht wieder das vorgesehene Nenngewinde zur Verfügung.

STI-Gewindebohrer

Ein STI-Gewindebohrer erzeugt das STI-Aufnahmegewinde für einen Drahtgewindeeinsatz. Seine Geometrie ist auf das größere Aufnahmegewinde abgestimmt; ein normaler Gewindebohrer der ursprünglichen Nenngröße kann ihn nicht ersetzen.

T

TiAlN-Beschichtung

TiAlN steht für Titan-Aluminium-Nitrid. Die Beschichtung wird bei Zerspanungswerkzeugen eingesetzt, um Verschleiß- und Temperaturbeständigkeit für geeignete Anwendungen zu verbessern. VÖLKEL führt Maschinengewindebohrer auch mit TiAlN-Ausführungen.

TiCN-Beschichtung

TiCN steht für Titan-Carbonitrid. Die Beschichtung kann bei geeigneten Anwendungen Verschleißbeständigkeit und Reibungsverhalten verbessern. VÖLKEL führt Maschinengewindebohrer auch in TiCN-Ausführungen.

TiN-Beschichtung

TiN steht für Titannitrid. Die goldfarbene Hartstoffbeschichtung wird bei Zerspanungswerkzeugen eingesetzt, um bei passenden Anwendungen Verschleiß und Reibung zu reduzieren.

Toleranzfeld

Das Toleranzfeld beschreibt den zulässigen Bereich zwischen den für ein Maß festgelegten Grenzen. Bei Gewinden wird seine Lage und Größe durch die jeweilige Toleranzklasse bestimmt.

Toleranzklasse

Die Toleranzklasse kennzeichnet Lage und Größe des Toleranzfeldes eines Gewindes. Bezeichnungen wie 6H bei metrischen Innengewinden oder 6g bei metrischen Außengewinden kombinieren Angaben zu Toleranzgrad und Toleranzlage.

Trapezgewinde

Ein Trapezgewinde besitzt ein trapezförmiges Profil. Es gehört zu den Bewegungsgewinden und wird häufig zur Übertragung von Bewegungen und Kräften eingesetzt, beispielsweise bei Spindeln. VÖLKEL führt unter anderem Werkzeuge für Trapezgewinde.

U

UNC-Gewinde

UNC steht für Unified National Coarse und bezeichnet die Grobgewindereihe des amerikanischen Unified-Gewindesystems. Die Steigung wird in Gewindegängen pro Zoll angegeben.

UNEF-Gewinde

UNEF steht für Unified National Extra Fine und bezeichnet eine besonders feine Steigungsreihe innerhalb des Unified-Gewindesystems. VÖLKEL führt UNEF im Maschinengewindebohrer-Programm.

UNF-Gewinde

UNF steht für Unified National Fine und bezeichnet die Feingewindereihe des Unified-Gewindesystems. Gegenüber UNC besitzt UNF bei vergleichbarem Nenndurchmesser eine feinere Steigung.

V

V-COIL automotive

V-COIL automotive umfasst Gewindereparaturlösungen für typische Anwendungen im Kraftfahrzeugbereich, beispielsweise Zündkerzen-, Ölablass- und Lambdasondengewinde. Je nach Satz kommen STI HexTap Gewindebohrer, passende Einsätze und Einbauwerkzeuge zum Einsatz. V-COIL automotive .

V-COIL rapid

V-COIL rapid ist eine auf schnelle Gewindereparatur mit handlichen Antrieben ausgelegte V-COIL-Ausführung. Die Reparatursätze nutzen unter anderem HexTap-Gewindebohrer und sind für einen zügigen Ablauf beim Vorbereiten, Schneiden und Einsetzen des Gewindeeinsatzes konzipiert.

V-COIL Typ S – frei durchlaufend

V-COIL Typ S bezeichnet einen frei durchlaufenden Drahtgewindeeinsatz. Die passende Schraube kann nach dem Einbau ohne zusätzliche Klemmwirkung des Einsatzes ein- und ausgeschraubt werden.

V-COIL Typ SL – selbstsichernd

V-COIL Typ SL bezeichnet einen selbstsichernden Drahtgewindeeinsatz. Eine oder mehrere polygonal geformte Windungen erzeugen eine Klemmwirkung auf die Schraube und unterstützen die Sicherung gegen selbstständiges Losdrehen unter Vibration.

VAP-Behandlung

VAP bezeichnet eine Vaporisierung beziehungsweise Dampfbehandlung der Werkzeugoberfläche. Sie kann bei geeigneten Anwendungen Schmierstoffhaftung und Reibungsverhalten verbessern. Mehr dazu im VÖLKEL Beitrag HSSG, HSSE oder HSSE VAP?

Verschleißgrenze

Die Verschleißgrenze beschreibt den Zustand, ab dem der Verschleiß eines Werkzeugs oder Prüfmittels nicht mehr innerhalb der dafür vorgesehenen zulässigen Grenzen liegt.

VHM – Vollhartmetall

VHM steht für Vollhartmetall. Bei einem VHM-Werkzeug besteht der schneidende Werkzeugkörper vollständig aus Hartmetall. Der Werkstoff ermöglicht eine hohe Härte und Verschleißfestigkeit, verlangt jedoch eine steife Maschine und eine möglichst stabile Werkzeugführung.

Vorschneider

Der Vorschneider ist bei einem klassischen mehrteiligen Handgewindebohrersatz die erste Schneidstufe. Anschließend folgen je nach Satz Mittelschneider und Fertigschneider.

Vorschub

Der Vorschub ist die axiale Bewegung des Werkzeugs. Beim Gewindebohren ist er unmittelbar an die Gewindesteigung gekoppelt.

W

Werkzeugaufnahme

Die Werkzeugaufnahme verbindet den Gewindebohrer mit Handhalter, Maschine oder Spannsystem. Sie muss das erforderliche Drehmoment sicher übertragen und das Werkzeug achsgerecht führen. Für beengte Arbeitsbereiche zeigt VÖLKEL beispielsweise Werkzeughalter mit Knarre .

Werkzeughalter mit Knarre

Ein Werkzeughalter mit Knarre nimmt den Vierkant eines Gewindebohrers auf und ermöglicht kontrolliertes Arbeiten bei eingeschränktem Schwenkraum. VÖLKEL führt Ausführungen für Rechts- und Linksgang sowie kurze und verlängerte Varianten. VÖLKEL Werkzeughalter mit Knarre .

Whitworth-Gewinde

Whitworth-Gewinde besitzen ein charakteristisches Profil mit 55° Flankenwinkel. Dazu gehören unter anderem BSW und BSF sowie darauf basierende Rohrgewindesysteme.

Z

Zerspanbarkeit

Die Zerspanbarkeit beschreibt, wie sich ein Werkstoff bei spanender Bearbeitung verhält. Sie beeinflusst unter anderem Schnittkräfte, Spanform, Wärmeentwicklung, Oberflächenqualität und Werkzeugverschleiß.

Zollgewinde

Zollgewinde ist ein Sammelbegriff für Gewindesysteme mit zollbasierten Abmessungen beziehungsweise Steigungsangaben. Dazu zählen unter anderem UNC, UNF, UNEF, BSW, BSF und verschiedene Rohrgewinde. VÖLKEL deckt diese Systeme mit verschiedenen Gewindewerkzeugen ab.

Werkzeug im All, Erde und Sterne sichtbar, Lichtreflexion an der Spitze des Werkzeugs.
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